KehrwertSaugleistung, Verbrauch und Folgekosten nachgerechnet

Budget und Preise

Was ein Staubsauger im Jahr wirklich kostet

Anschaffung geteilt durch Haltedauer, Strom zum aktuellen Haushaltspreis und Verschleißteile: die drei Posten einzeln gerechnet und zusammengezählt.

White skirting-level inlet with a hinged flap, fitted into a kickboard above a tiled floor
A kickboard inlet for a ducted central vacuum: sweep debris to the flap and suction takes it away.Foto: Chico1996 · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons · Quellenseite öffnen

Der Preis im Regal beantwortet die falsche Frage. Was ein Sauger kostet, ergibt sich aus drei Posten: dem Kaufpreis geteilt durch die Jahre, in denen Sie ihn behalten, dem Strom, den er zieht, und den Teilen, die Sie nachkaufen müssen, damit er weitersaugt.

Dieser Ratgeber rechnet alle drei Posten offen vor. Als Strompreis verwenden wir den Durchschnitt, den das Statistische Bundesamt für private Haushalte im 1. Halbjahr 2026 ausweist: 37,97 Cent je Kilowattstunde. Alle Gerätepreise und Ersatzteilpreise sind als Beispiele gekennzeichnet — auf dieser Website laufen keine Preisabfragen.

Die Anschaffung durch die Haltedauer teilen

Der Kaufpreis ist keine Jahreszahl, bis Sie ihn zu einer machen. Ein Gerät für 400 €, das 5 Jahre hält, kostet 80,00 € im Jahr. Dasselbe Gerät, nach 3 Jahren ersetzt, kostet 133,33 € im Jahr — für dieselbe Maschine und dieselbe Arbeit. Die Haltedauer ist damit der stärkste Hebel in der ganzen Rechnung.

Deshalb ist die ehrliche Frage vor dem Kauf nicht „ist dieses Gerät 400 € wert“, sondern „benutze ich es in 5 Jahren noch“. Geräte mit gelisteten Ersatzteilen für Akku, Filter und Bürste erreichen diese Spanne; Geräte, bei denen ein verklebter Akku das Ende bedeutet, in der Regel nicht.

Ein Wiederverkauf verschiebt die Zahl ebenfalls. Wer ein Gerät für 400 € kauft und nach 5 Jahren für 50 € weitergibt, trägt 350 € über 5 Jahre, also 70,00 € im Jahr statt 80,00 €. Der Rechner für Jahreskosten auf dieser Website nimmt einen Restwert entgegen, damit Sie diese Wirkung direkt sehen.

White skirting-level inlet with a hinged flap, fitted into a kickboard above a tiled floor
A kickboard inlet for a ducted central vacuum: sweep debris to the flap and suction takes it away.Foto: Chico1996 · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons · Quellenseite öffnen
Anschaffungsanteil je Jahr, Beispielpreise ohne Restwert
Kaufpreis (Beispiel)3 Jahre behalten5 Jahre behalten8 Jahre behalten
180 €60,00 €36,00 €22,50 €
320 €106,67 €64,00 €40,00 €
400 €133,33 €80,00 €50,00 €

Jede Zelle ist Kaufpreis geteilt durch die Jahre in der Spaltenüberschrift. Für die Gesamtrechnung weiter unten verwenden wir 180 € über 8 Jahre für den Bodenstaubsauger und je 5 Jahre für Akkusauger und Saugroboter.

Strom: der Posten, den alle überschätzen

Die Stromrechnung eines Staubsaugers ergibt sich aus Leistung mal Laufzeit. Ein Bodenstaubsauger mit 750 Watt, der 30 Minuten in der Woche läuft, kommt auf 0,75 kW × 0,5 Stunden × 52 Wochen = 19,5 kWh im Jahr. Zu 37,97 Cent je Kilowattstunde sind das 7,40 € im Jahr.

Bei Akkugeräten und Robotern kommt der Dauerverbrauch der Ladestation dazu, und er ist häufig größer als das Saugen selbst. Eine Station, die rund um die Uhr 2 Watt zieht, verbraucht 17,5 kWh im Jahr und damit 6,65 € — mehr als die 10,4 kWh, die fünf einstündige Fahrten in der Woche kosten. Wer die Station an eine schaltbare Steckdose hängt, spart genau diesen Teil.

Die Ökodesign-Verordnung 666/2013 begrenzt Haushaltsstaubsauger seit 2017 auf 900 Watt Nennleistung und 43 kWh im Jahr. Ein Gerät kann diese Grenze also gar nicht deutlich überschreiten, und ein EU-Energielabel, das die Klassen vergleichbar machen würde, gibt es für Staubsauger nicht mehr.

Stromkosten im Jahr, gerechnet mit 37,97 Cent je Kilowattstunde
Gerät und AnnahmeRechenwegkWh im JahrKosten im Jahr
Bodenstaubsauger 750 W, 30 Minuten je Woche0,75 kW × 0,5 h × 5219,5 kWh7,40 €
Akkusauger 450 W, 20 Minuten je Woche, Ladeschale 1 W0,45 kW × 0,33 h × 52 plus 8,8 kWh16,5 kWh6,27 €
Saugroboter 40 W, fünf Fahrten à 60 Minuten je Woche, Station 2 W0,04 kW × 1 h × 5 × 52 plus 17,5 kWh27,9 kWh10,59 €

Die Nennleistung ist ein Höchstwert; ein Gerät, das auf halber Stufe läuft, zieht weniger. Die Tabelle zeigt die Größenordnung, nicht Ihre Rechnung. Der Energierechner auf dieser Website nimmt Ihre eigene Laufzeit und Ihren eigenen Tarif entgegen.

Verschleißteile: der Posten, den alle unterschätzen

Beutel, Filter, Bürsten und Akkus sind keine Nebenkosten, sondern beim Saugroboter der größte laufende Block. Ein Satz Seitenbürsten zweimal im Jahr zu 6,00 €, eine Hauptbürste einmal zu 15,00 € und zwei Filter zu 8,00 € summieren sich auf 43,00 € im Jahr. Das ist mehr als das Vierfache der Stromkosten desselben Geräts.

Beim Bodenstaubsauger mit Beutel sind es vier Beutel im Jahr zu 3,00 €, zusammen 12,00 €, plus ein Filtersatz für 15,00 € alle 2 Jahre, also 7,50 € im Jahr. Zusammen 19,50 €. Beutellose Geräte sparen die Beutel und verlangen dafür einen Waschfilter, der nach einigen Reinigungen seine Form verliert.

Beim Akkusauger ist der Akku der stille Posten. Ein Ersatzakku für 60,00 €, der nach 4 Jahren fällig wird, entspricht 15,00 € im Jahr. Zusammen mit zwei Filtern zu 6,00 € liegt der Akkusauger bei 27,00 € im Jahr. Wer die Ersatzteilnummern vor dem Kauf nicht findet, rechnet hier faktisch mit einem Neukauf statt mit 15,00 €.

Verschleißteile je Jahr, Beispielpreise
GerätTeile und IntervallKosten im Jahr
Bodenstaubsauger4 Beutel à 3,00 € plus Filtersatz 15,00 € alle 2 Jahre19,50 €
Akkusauger2 Filter à 6,00 € plus Ersatzakku 60,00 € alle 4 Jahre27,00 €
Saugroboter2 Sätze Seitenbürsten à 6,00 €, Hauptbürste 15,00 €, 2 Filter à 8,00 €43,00 €

Intervalle gelten für einen Haushalt ohne Tiere. Mit Tierhaaren verkürzt sich vor allem das Bürstenintervall, häufig auf die Hälfte.

Black cordless air duster with a long nozzle fitted, beside four spare tips including a brush head
A cordless air duster blows dust out rather than sucking it in, with tips for vents, keyboards and crevices.Foto: Jacek Halicki · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons · Quellenseite öffnen

Die drei Posten zusammengerechnet

Mit den Beispielwerten aus diesem Ratgeber ergibt sich eine klare Rangfolge. Der Bodenstaubsauger kostet 22,50 € Anschaffungsanteil, 7,40 € Strom und 19,50 € Verschleiß, zusammen 49,40 € im Jahr. Der Akkusauger kommt auf 64,00 € plus 6,27 € plus 27,00 €, zusammen 97,27 €. Der Saugroboter liegt bei 80,00 € plus 10,59 € plus 43,00 €, zusammen 133,59 €.

Auf die Woche heruntergebrochen sind das 0,95 € für den Bodenstaubsauger, 1,87 € für den Akkusauger und 2,57 € für den Saugroboter. In dieser Einheit lässt sich die Frage beantworten, um die es eigentlich geht: Ist Ihnen die eingesparte Zeit 1,62 € in der Woche wert, also die Differenz zwischen Bodenstaubsauger und Roboter?

Auffällig ist, wie wenig der Strom in jeder Zeile ausmacht: zwischen 6 Prozent und 15 Prozent der Jahreskosten. Wer sparen will, verlängert die Haltedauer und kauft Verschleißteile im Mehrfachpack — beides bewegt mehr als jede Stufe weniger am Saugregler.

Jahreskosten je Bauart, alle Beispielwerte aus diesem Ratgeber
BauartAnschaffung je JahrStromVerschleißSumme je JahrJe Woche
Bodenstaubsauger, 180 € über 8 Jahre22,50 €7,40 €19,50 €49,40 €0,95 €
Akkusauger, 320 € über 5 Jahre64,00 €6,27 €27,00 €97,27 €1,87 €
Saugroboter, 400 € über 5 Jahre80,00 €10,59 €43,00 €133,59 €2,57 €

Die Wochenwerte sind die Jahressumme geteilt durch 52. Ersetzen Sie die drei Eingangsgrößen durch Ihre eigenen, und die Rangfolge kann sich umkehren — besonders dann, wenn Ihr Roboter 8 Jahre durchhält.

Was die Rechnung kippt

Drei Ereignisse verschieben das Ergebnis stärker als jede Preisverhandlung. Das erste ist ein Akkutausch, der nicht möglich ist: Aus 15,00 € im Jahr werden dann 320 € auf einen Schlag. Das zweite ist ein Zweitgerät, das trotz Roboter gekauft wird — dann addieren sich zwei Zeilen der Tabelle, statt eine zu ersetzen.

Das dritte ist die Reparatur außerhalb der Gewährleistung. Mängelansprüche verjähren bei beweglichen Sachen nach § 438 BGB in 2 Jahren ab Ablieferung. Was danach ausfällt, ist eine Frage der Ersatzteilversorgung und des Preises, den eine Werkstatt aufruft — und bei einem Gerät für 180 € überschreitet eine Reparatur schnell den Anschaffungsanteil von zwei Jahren.

Overhead view of a black handheld air duster and its four interchangeable nozzles on white
The nozzle set determines where a handheld blower is useful: narrow tips for seams, a brush for screens.Foto: Jacek Halicki · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons · Quellenseite öffnen

Vor dem Kauf

  • Kaufpreis durch die Jahre teilen, die Sie das Gerät realistisch behalten
  • Restwert bei Weitergabe abziehen, bevor Sie zwei Geräte vergleichen
  • Nennleistung vom Typenschild ablesen und mit Ihrer eigenen Wochenlaufzeit multiplizieren
  • Den aktuellen Arbeitspreis von der eigenen Stromrechnung nehmen statt eines Durchschnitts
  • Dauerverbrauch der Ladestation in die Rechnung aufnehmen, nicht nur die Fahrten
  • Preise für Beutel, Filter, Bürste und Akku einzeln heraussuchen und auf ein Jahr hochrechnen
  • Die Jahressumme durch 52 teilen, um die Entscheidung in einer greifbaren Einheit zu sehen

Häufige Fragen

Spart eine niedrigere Saugstufe nennenswert Strom?
Kaum. Beim Bodenstaubsauger aus diesem Ratgeber kostet ein ganzes Jahr Saugen 7,40 €. Selbst wenn eine niedrigere Stufe ein Drittel davon spart, sind das rund 2,50 € im Jahr — weniger als ein einzelner Staubbeutel. Der Hebel liegt bei der Haltedauer und bei den Verschleißteilen, nicht am Schieberegler.
Lohnt sich ein teureres Gerät, wenn es länger hält?
Rechnen Sie es in einer Zeile: 400 € über 8 Jahre sind 50,00 € im Jahr, 180 € über 3 Jahre sind 60,00 € im Jahr. Das teurere Gerät ist in diesem Fall das günstigere, sofern es die 8 Jahre tatsächlich erreicht. Die Bedingung dafür ist eine Ersatzteilliste mit Akku, Filter und Bürste, nicht der Preis.
Wie viel kostet die Ladestation eines Saugroboters im Dauerbetrieb?
Bei 2 Watt rund um die Uhr sind es 17,5 kWh im Jahr und damit 6,65 €. Das ist in der Beispielrechnung mehr als die Fahrten selbst. Eine schaltbare Steckdose entfernt diesen Posten, kostet aber die automatische Rückkehr zur Station — ein Tausch zwischen 6,65 € im Jahr und Bequemlichkeit.
Sind Nachbau-Ersatzteile eine Alternative?
Bei Filtern und Seitenbürsten senken sie die 43,00 € im Jahr spürbar. Beim Akku ist die Sache anders: Zellqualität und Schutzelektronik sind von außen nicht erkennbar, und ein Akku ohne funktionierende Abschaltung ist ein Brandrisiko im Flur. Für diesen einen Posten ist das Originalteil die ruhigere Entscheidung.
Was passiert mit dem alten Gerät?
Händler mit mindestens 400 m² Verkaufsfläche für Elektrogeräte nehmen nach § 17 ElektroG beim Kauf eines neuen Geräts ein Altgerät derselben Art kostenlos zurück. Kleingeräte bis 25 cm Kantenlänge müssen sie sogar ohne Neukauf annehmen, bis zu drei Stück je Geräteart. Entsorgungskosten gehören damit nicht in Ihre Jahresrechnung.

Quellen

  1. Statistisches Bundesamt — Durchschnittspreise für Erdgas und Strom, Haushalte 1. Halbjahr 2026: 37,97 Cent je Kilowattstunde — geprüft am 2026-11-03
  2. Europäische Kommission — Ökodesign und Energielabel, Staubsauger: max. 900 W und 43 kWh im Jahr seit 2017, Energielabel aufgehoben — geprüft am 2026-11-03
  3. § 17 ElektroG — Rücknahmepflichten des Vertreibers, gesetze-im-internet.de — geprüft am 2026-11-03
  4. § 438 BGB — Verjährungsfristen für Mängelansprüche, gesetze-im-internet.de — geprüft am 2026-11-03

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